Veröffentlichung von Kinder-Nacktphotos
Aus gegebenen Anlass möchte ich ein paar Worte zur Veröffentlichung von Kinderphotos auf Social Media Plattformen loswerden.
Ich führe mit Eltern regelmäßig Diskussionen auf Twitter & Co, die von ihren Kindern Photos (teilweise auch nackt) publizieren, weil ich das persönlich als äußerst bedenklich einstufe. Ich finde, dass sich für die Bereitstellung dieser Photos andere Plattformen besser eignen. Es gibt Dutzende Portale auf denen man problemlos Photos verbreiten und mit einem entsprechenden Personenkreis teilen kann, der nicht die gesamte Internet Community, wie beispielsweise auf Twitter, einschließt.
Was lässt mich zu dieser Meinung kommen?
Kinderpornographie ist leider ein Bestandteil unserer Gesellschaft. Ein nicht unwesentlicher, wenn man bedenkt wie viele Kinder jährlich verschwinden und wie viele Kinderpornoringe bislang schon aufgedeckt wurden. Jede Gesellschaftsgruppe ist betroffen und niemand sollte die Augen davor verschließen.
Selbstverständlich sollte man nicht durch die Welt marschieren und in jedem Menschen einen potentiellen Sexualverbrecher sehen, aber muss man diesem Abschaum auch noch eine legale(!) Basis für ihr Treiben schaffen indem man Nacktphotos von seinen Kindern ins Internet stellt?
Das soll nicht bedeuten, dass jedes öffentlich zugängliche Photo auch tatsächlich von einem Pädophilen in der persönlichen Sammlung von Wichsvorlagen landet, aber es besteht die Möglichkeit. Und genau das ist der Punkt. Hätte ich Kinder, würde mich diese Eventualität ausreichend genug abschrecken.
Folgendes Argument wurde mir heute entgegengebracht:
Ob so etwas passiert weiß ich nicht. Fotos kann so ein Mensch auch auf der Straße oder im Freibad machen.
Diese Aussage legitimiert und relativiert aus meiner Sicht das Schaffen von pädophilen Menschen. Das ist für mich ebenso ein schwaches Argument wie wenn ich sagen würde, ich esse Fleisch, weil es isst sonst sowieso jemand anderer.
Interessanterweise veröffentlichen in meinem (Internet-) Bekanntenkreis häufiger Männer als Frauen solche Photos. Genau genommen hatte ich Diskussionen dieser Art bisher ausschließlich mit Männern. Witzigerweise widersprechen sich die Väter auch meistens selbst, indem sie auf der einen Seite sagen, dass sie zwar vor dem Hochladen überlegen würden, ob das Photo unpassend sein könnte, aber auf der anderen Seite sagen sie, dass sie so stolz auf ihre Kinder wären und die Problematik dadurch gänzlich ausblenden.
Facebook ist eine Plattform, die bekanntermaßen eine Basis für die so genannten Loverboys darstellt. Hier ein Auszug aus Wikipedia, was man unter einem Loverboy versteht:
“Betroffene sind oft minderjährige Mädchen und junge Frauen aus allen Gesellschaftsschichten, oft mit geringem Selbstbewusstsein oder großer Schüchternheit. Sie werden von Loverboys, auch gerade erst Volljährigen, angesprochen, und ihnen wird zunächst vorgegaukelt, die Loverboys wären in sie verliebt. Die Loverboys geben ihnen Aufmerksamkeit, Komplimente, Zuneigung und oft auch Geschenke. Gleichzeitig machen sie die Opfer emotional abhängig und entfremden sie ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis. Später verleiten oder zwingen sie sie zur Prostitution. Oft gaukeln sie ihren Opfern vor, das so verdiente Geld zum Aufbau einer gemeinsamen Zukunft verwenden zu wollen. Die Opfer sind oft schwer zu erkennen. Einerseits stecken sie meist gerade in der Pubertät und verändern sich auch dadurch stark, andererseits haben sie häufig gelernt, ein Parallelleben mit Lügen und Leugnen zu führen. Teilweise achten die Loverboys auf regelmäßigen Schulbesuch. Manchmal sind sie der Familie als Freund bekannt.” [Quelle: wikipedia]
Aus diesem Grund würde ich es nicht abwegig finden, wenn Menschen auch auf diese Art und Weise Kinder suchen und auch finden, die sie später zur Produktion von Kinderpornographie einsetzen.
Ein weiterer Aspekt, der mir sauer aufstoßt ist, dass das Kind nicht selbstständig entscheiden kann, ob es diesem überhaupt recht ist veröffentlicht zu werden. Ein Kind versteht in diesem Alter noch nicht was es bedeutet, wenn das eigene Photo auf Twitter geteilt wird. Es also um Erlaubnis zu fragen ist sinnfrei.
Also wundert euch dann bitte nicht, wenn eure Kinder einmal traurig und stinkwütend nach Hause kommen, weil die Klassenkollegen die Nacktphotos von Papa seinem Twitter Account ausgegraben und auf diversen Plattformen publizieren, sowie in der Klasse herumzeigen.
Wir wissen alle: Die Pubertät ist eine grausame und gemeine Zeit!
Abschließende Anmerkung: Weshalb die meisten Communities für Stockphotos oftmals Nacktphotos erst dann zum Verkauf freigeben, wenn die Person auf dem Photo älter als 25(!) aussieht, können wir uns jetzt alle denken…
Photo: [milan6]
