AnonAustria: Feysal B. hat es nicht verstanden. Ihr aber auch nicht!
Update: Kommentar von @_die_anderen_ (Grünen-Hack) – Dieses Kommentar untermauert meine Vermutungen des Artikels:
Sehr geehrte/r evebugs!
Es war niemals unsere Absicht als eigene ‘Gruppe’ aufzutreten. Zu diesem Schritt hat uns erst @AnonAustria mit der Verleugnung des Gruenen Hacks gezwungen, von dem sie von unserem Kontakt (den sie für selbsttaetig handelnd hielten/halten) Tage im Voraus in Kenntnis gesetzt wurden. Wir bedauern die gegenwaertigen Entwicklungen zutiefst. Wir sind in Bezug auf den aktuellen Vorfall ganz Ihrer Meinung und sehen uns in unseren Vorsichtsmasznahmen bei der Kontaktaufnahme zu @AnonAustria bestaetigt.
And now for something completely different: Tolle Bilder!
Mit freundlichen Grueszen,
die Anderen
–
Knowledge is free.
We are Anonymous.
We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
Expect us.
Anlass für diesen Artikel ist die Veröffentlichung persönlicher Daten von Faysal B. durch AnonAustria. Ich verweise hier absichtlich weder auf den Tweet von AnonAustria, noch auf Pastehtml, wo man Wohnadresse, Telefonnummer, E-Mail Adressen, usw. von Faysal B. findet, da die Veröffentlichung dieser Daten aus meiner Sicht inakzeptabel ist.
Was AnonAustria angetrieben hat diesen Hack durchzuführen ist mir unklar. Es scheint so, als ob Faysal B. einige Domains registriert hat, dessen Namen auf Anonymous schließen. Welche Inhalte auf den Seiten zu finden waren, weiß ich nicht, da sie nicht mehr zu finden sind, faktisch aber auch keine Rolle spielen. Aus diesem Grund werde ich dem auch nicht weiter nachgehen.
AnonAustria hat also sämtliche Facebook Seiten und Webseiten von Faysal B. gehackt, weil er sich dort angeblich als Hacker-Chef von Anonymous ausgegeben hat. Ohne den Inhalt dieser Seiten zu kennen, muss ich kein Genie sein, um aus den veröffentlichten Daten zu schließen, dass es sich dabei um einen jungen Burschen handelt, der seinem Selbstbewusstsein eine kleine Egospritze geben wollte, um wahrscheinlich vor seinen Freunden ein wenig zu brillieren und keineswegs der Anführer von tausenden Anonymous Anhängern ist.
Diese Tatsachen jedoch haben AnonAustria derartig mokiert, sodass sie anschließend in einem Amoklauf-ähnlichen Rachefeldzug den 15-jährigen Betreiber dieser Seiten gehackt, sowie seine privaten Daten veröffentlicht haben.
Meine Hochachtung: Ihr habt einen 15-Jährigen blamiert! Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich mich nach einer Runde Standing-Ovation wieder setze.
Bevor ich zuschlage, hole ich kurz aus…
Anonymous ist ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten, der seit Jahren und nicht erst seit den Attacken von Paypal und Mastercard im Zusammehang mit Wikileaks vergangenen Dezember existiert. Der größte Feind von Anonymous war sehr lange Zeit die Sekte Scientology, gegen die in der Vergangenheit überwiegend vorgegangen wurde. Nachdem sich in letzter Zeit die Unverträglichkeit, vor allem zwischen Regierungen und Bürgern (Ägypten, Libyen, Spanien, uvm.) auf der gesamten Welt zugespitzt hat, wurde Anonymous auch vermehrt in anderen Bereichen aktiv und seine Anhänger haben sich in den letzten Monaten realistisch verhunderttausendfacht.
Der Grundgedanke von Anonymous ist die Veränderung. Gemeinsam etwas zu bewegen. Ein wenig poetischer ausgedrückt: Anonymous versetzt nicht nur Berge, Anonymous wird die Welt verdrehen. Auch wenn unsere Generationen womöglich nicht mehr allzu viel davon mitbekommen werden, ist es nur eine Frage der Zeit, der Geduld. Tierschützer haben doch auch vier Jahrzehnte lang benötigt, um sich zu formieren und ernst genommen zu werden.
Im Moment findet ein Umbruch statt. Überall auf dieser Welt. Immer mehr Menschen stellen Fragen und Dank Twitter & Co bekommen sie auch immer mehr Antworten. Auch Anonymous befindet sich in einem Stadium der Formation. Weltweit bilden sich Gruppen, die Pläne schmieden, um gegen Korruption, Ungerechtigkeit und Demokratieraub vorzugehen. Nicht alle dieser Zusammenschlüsse bestehen aus Hackern, aber alle von ihnen verfolgen das Ziel von Anonymous, auch wenn sie es selbst noch gar nicht wissen: Sie wollen die Welt alle ein Stückchen besser verlassen, als sie von ihnen vorgefunden wurde.
Das mit dem Miteinander müssen wir halt alle noch ein wenig optimieren. Ist zwar auch nicht mein Spezialgebiet, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. (:
Aber jetzt…
Der Vorfall mit der GIS
AnonAustria hat innerhalb von nur einer Woche den Grundgedanken von Anonymous unterwandert und besudelt. Nachdem die Gruppe die GIS-Datenbank gehackt hat, stellte sie dem Unternehmen ein Ultimatum, die tatsächliche Zahl der gestohlenen Datensätze zu veröffentlichen, da diese aus nachvollziebaren Gründen nicht der Realität entsprechend bekannt gegeben wurde. Unabhängig dessen, dass ich auch kein Freund der GIS bin, aber wer ist das schon, abgesehen von den Hohheiten am Küniglberg, die sonst um ihre zu hohen Gehälter bangen müssten und für ihr Geld vielleicht tatsächlich einmal dem Bildungsauftrag nachkommen müssten, widerspricht diese Erpressung einem Grundprinzip von Anonymous, der besagt, dass niemand direkt zu Schaden kommen soll. Ich spreche damit einzelne Individuen, die Mitarbeiter der GIS IT-Abteilung an, die, ohne ihnen etwas unterstellen zu wollen, aber es nur menschlich wäre, womöglich den obersten Bossen die wahrhaftigen Zahlen nicht unmittelbar bekannt gaben, um ihren Arsch zu retten.
Ich selbst programmiere seit über zehn Jahren Webapplikationen und verfalle selbst das eine oder andere Mal in einen Anflug von Arroganz, vor allem dann, wenn sich mein Gegenüber nicht auf meinem fachlichen Niveau befindet, aber trotzdem kam es in meiner beruflichen Laufbahn leider machmal vor, dass unser Team massiven Mist gebaut hat, weil wir von “oben” nicht genügend Zeit hatten, um uns eingehend um Sicherheitsbelange zu kümmern. Jeder, der in der IT-Branche tätig ist, wird das Problem kennen und die Verantwortlichen dafür jeden Tag aufs neue verfluchen.
Das heißt, dass dort nicht unbedingt Programmierer aus dem unteren Fähigkeitsdrittel tätig sind, weil der Hack geglückt ist, aber genau das ist der Grund, der das Ultimatum nicht rechtfertigt, denn meiner Erfahrung nach werden sehr bald ein paar betroffene GIS Mitarbeiter gezwungen sein stempeln zu gehen, weil die wenigsten Unternehmen begreifen, dass man (nach solchen Vorfällen) doch auch Hie und Da in Schulungen investieren und realistische Timetables vorgeben sollte, sondern sie einfach austauscht, um das gleiche Szenario in babyblau in der Zukunft zu erleben.
Habt ihr das schon einmal aus dieser Sicht gesehen, AnonAustria?
Welchen Unterschied macht es, ob 1.000, 10.000 oder 100.000 Datensätze gestohlen wurden? Zum Zeitpunkt vor des Ultimatums wusste doch schon jede/r in Österreich, dass die GIS mit unseren Daten schwer fahrlässig umgegangen ist. Das hätte aus meiner Sicht völlig gereicht. Den Nachrichten auf Twitter nach zu urteilen bin ich nicht die einzige, die so denkt.
Glaubwürdigkeit und Respekt habt ihr Anonymous genommen! Lust zum Mitmachen habt ihr Interessierten genommen!
Einen Anonymous Split mit Bananen und Schlag bitte…
Fünf kleine Parteien und AnonAustria versuchen zu regieren,
die FPÖ vergiftet durch eine Injektion, da waren’s nur noch vier.
Vier kleine Parteien und AnonAustria versuchen zu regieren,
die SPÖ fiel auf den Hackler rein, da waren’s nur noch drei.
Drei kleine Parteien und AnonAustria versuchen zu regieren,
der Anon fiel auf die Grünen rein, da waren’s nur noch zwei.- to be continued
Plötzlich tauchte aus dem Nichts eine angeblich “neue” Anonymous Austria Gruppierung auf, welche die Webseite der Grünen gehackt hat. Abends distanzierte sich AnonAustria von diesem Hack, was aus meiner Sicht gar nicht möglich ist, denn Anonymous Aktivisten kennen und können sich gar nicht alle untereinander (persönlich) kennen, was zur Folge hat, dass die Person(en), die den AnonAustria Twitter Account betreut bzw. betreuen nicht für alle Anhänger eines losen Kollektivs ohne Führungsebene sprechen können. Bleiben wir bitte am Boden der Realität: Wer weiß heute überhaupt noch wie seine Nachbarn heißen, geschweige denn was sie in ihrer Freizeit so treiben? Sich also in einem IRC Chat versammeln und in einer AnonAustria Runde nachzufragen, ob jemand für den Grünen-Hack verantwortlich ist, hat somit absolut keine Aussagekraft.
Ich möchte das in einem kurzen Beispiel verdeutlichen: Wäre eine der Partei-Webseiten durch DDoS Attacken lahmgelegt worden und wäre ich ein Hacker, der diese Attacke unterstützt hätte, so wäre auch ich ein AnonAustria Aktivist, den die Betreiber des Twitter Accounts gar nicht kennen, weil ich von dem geplanten Angriff nur beiläufig irgendwo gehört und mitgemacht hätte.
Es gibt gewisse Basisregeln auf die Anonymous aufbaut, aber es gibt keine Einschränkung, die verbieten würde, dass Anonymous die Grünen nicht hacken darf. Im Gegenteil: Jeder der mit der Philosophie von Anonymous sympathisiert, darf unter Einhaltung der Grundprinzipien tun und lassen was er will.
Die Diskussion über AnonBlah und AnonMäh ist daher müssig, denn AnonAustria ist schlicht und ergreifend lediglich ein Synonym für Anonymous Österreich, nachdem es eben nicht möglich ist zig Anonymous Accounts unter dem selben Wortlaut auf Twitter anzulegen und nicht jeder Aktivist einen Zugriff auf die Accounts haben kann.
AnonMäh soll das blaue und AnonBlah das pinke Pony auf seinen Pastehtml-Weiterleitungen verwenden. So soll man die zwei Gruppen in Zukunft voneinander unterscheiden können.
Mädels und Burschen: Geht’s noch? Was genau habt ihr nicht verstanden? “Tu ma uns halt wieda a bissl splitten…”
Die Ex-Piraten gründen die Partei der Trollierenden und ihr verwendet das blaue Pony, das ich mittlerweile, so seicht der Wortwitz jetzt auch sein mag, auch für blauäugig halte. Rainbow Dash in allen Ehren!
Wo wir wieder bei dem leidigen Thema des mangelnden Miteinanders angekommen wären…
Das Anonymous Interview von Mokant
Auf dieses Interview trifft exakt das gleiche wie oben eben Erwähnte zu: Jeder Anonymous Aktivist in Österreich hat die Berechtigung ein Interview als AnonAustria zu geben, obgleich das nach den Twitter Aktionen & Co für viele keinen Stellenwert mehr hat.
Kurzes Schlusswort
Es wäre eine Überlegung wert, künftig unter einem eigenen Namen zu arbeiten, der nicht mit Anonymous in Verbindung gebracht werden kann, solltet ihr nicht bald zu den Grundwerten von Anonymous zurück finden. Im Moment schadet ihr dem Namen Anonymous mehr als ihr mit ihm bewirkt!
Übrigens: Mein Rainbow Dash ist schöner als eurer!