Emanzen, denkt nach!
Emanzen und ein wenig Technik. Oder so.
Die männlichen Leser müssen sich jetzt nicht fürchten oder die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, weil sie sich nicht schon wieder irgendein Gefasel einer Möchtegern-Emanze reinziehen wollen, das bekanntlich sowieso meistens nur in Form einer Longplay-Endlosschleife bei ihnen ankommt. Ich möchte einfach ein paar Gedanken dazu loswerden.
Deshalb habe ich diesen Artikel seinerzeit geschrieben: @derickr: RT @PHPWomen: New blog post: PHPWomen Calendar 2010: On sale! http://www.phpwomen.org/wor…
Bevor ich darauf näher eingehe, müssen wir einige Monate zurück spulen: Björn Schotte und ich saßen auf der IPC Spring 09 zusammen, als er mich nach meiner Meinung als Frau zu PHPWoman gefragt hat. Ich kannte die Webseite bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht und habe mir diese daher angesehen. Ich konnte nur den Kopf schütteln, da ich eine geschlechtsbezogene Abgrenzung nicht unterstütze oder gut heiße. Das schließt auch aus, wenn man einen Bereich behandelt der meist nur von einem bestimmten Geschlecht ausgeübt wird. Es gibt Gebiete wo das aus gutem Grund gemacht wird, wie z.B. dem Sport, da hier die körperlichen Voraussetzungen zwischen Frau und Mann zu unterschiedlich sind, um beiden gleiche Chance einräumen zu können. Warum man das jedoch in Bereichen praktiziert wo jeder vernünftig denkende Mensch weiß, dass hier Mann als auch Frau die gleichen Chancen aufgrund ihrer geistigen Kapazitäten hätten, jedoch durch unterschiedliche Interessen und Talente die Verteilung anders ausfällt, ist mir ein Rätsel. Ich glaube nämlich nicht, dass Frauen in technischen Bereichen seltener vertreten sind als Männer, nur weil sie nicht logisch denken können oder Männer weniger oft Kochen, weil sie kein Händchen dafür haben, sondern weil die Interessen, die unter anderem auf unsere Urinstinkte, aber auch häufig durch die gesellschaftliche Gehirnwäsche zurückzuführen und ganz unterschiedlich sind.
Seitdem ein Wort, das sich Emanzipation nennt, das sowohl Freiheit als auch Gleichheit verbindet von Frauenbewegungen regelrecht vergewaltigt wird und die Emanzen geboren wurden, belächeln doch die meisten Menschen derartige Zusammenschlüsse. Und wenn dann diese Emanzen hochinteressante Gesetze durchboxen, die Mitschuld haben, wenn ich eine Baustelle übersehe, weil ich das „Achtung Baustelle“ Verkehrsschild mit einer Einfahrt zu einem Nachtclub verwechsle, da ich noch nicht wusste, dass neuerdings Frauen in Röcken an einer Schaufel lehnend auf diesen Verkehrsschildern abgedruckt werden, dann zweifle ich als Frau am Verstand der Frauen, die auf die Umsetzung eines solchen Blödsinn pochen.
Da wurden so nebenbei gesagt doch auch sicherlich Tausende von Euro an Steuergeldern aus dem Fenster geworfen, nachdem zig Tausende Formulare nach dieser Gleichberechtigungssache neu gedruckt werden mussten. Auf jeden Fall sehen wir künftig auf amtlichen Formularen „Sehr geehrte/r Bewerber/in“ usw. Mein tiefster Dank für die Durchsetzung dieser, schon längst überfälligen Gleichstellung -ich hätte sonst die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen müssen! Selbst ist die Frau!
Dann gibt es Frauen, die PHPWoman betreiben. Warum? Warum kein stinknormaler Blog aus dem Zusammenschluss von Bloggern und Bloggerinnen bzw. BloggerInnen? Was bezwecken derartige Gruppen, die Männer ausschließen? Was bezwecken umgekehrt Gruppen, die Frauen ausschließen? Ich finde vom sozialen Aspekt betrachtet ist weder das eine noch das andere förderlich. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass solche Zusammenschlüsse, die das andere Geschlecht ausschließen ein negatives Gefühl beim anderen Geschlecht auslösen. Und im Hinblick auf solche weiblichen Zusammenschlüsse, die grundsätzlich Männer ausgliedern, aber gegen Diskriminierung und für Gleichstellung stehen im selben Atemzug nichts anderes tun, als selbst zu diskriminieren, dann ist das ein einziger Widerspruch.
Ich unterstelle gerade solchen Bündnissen, dass es ihnen in erster Linie darum geht dem anderen Geschlecht provokativ ihr Statement unter die Nase reiben zu wollen: „Wir sind keine blonden Dummerchen und können sogar eins und eins zusammen rechnen?“.
Fazit
Ich kann sogar das Einmaleins! Da schau her! Aber richte ich deswegen die Domain www.ichbineinefrauundkanndaseinmaleins.com ein und posaune das in die große weite Welt hinaus?
Mir ist egal, wenn Männer behaupten, dass Frauen schlecht Autofahren, denn ich weiß, dass ich es besser als viele Männer kann. Mir ist ebenso egal, wenn Männer der Meinung sind, dass Frauen hinter den Herd gehören, denn erstens lerne ich solche Neandertaler nicht kennen und zweitens koche ich nur dann, wenn ich das möchte. Mir ist egal, ob Frauen in gleichwertigen Berufen im Gegensatz zu Männern weniger verdienen, weil ich erstens weiß, dass ich mehr verdiene als viele Männer und zweitens weil ich das doch nicht am anderen Geschlecht messe. Oder sind in dieser Hinsicht die Frauen schlagartig und ausschließlich in Situationen, in denen sie sich benachteiligt fühlen, keine eigenständigen Individuen mehr, die nicht eigenmächtig dazu in der Lage sind einem Arbeitgeber abzusagen, wenn ihnen das Gehalt zu niedrig erscheint? Da sind sie dann aber plötzlich keine Emanzen mehr, da müssen sie sich bei anderen Emanzen Hilfe holen. Oder was habe ich falsch verstanden?
Vielleicht wendet sich das Blatt schon bald und männliche Kollegen rücken mit Tempo-Taschentüchern zu Meetings aus und gründen als Gegeninitiative die Empathen.
In diesem Sinne:
I don‘t think PHPWoman – I think PHP
I don‘t think female – I think human
Photo: [johnnyberg]
