Staatsfeind Nr. 1 und die Zwangseinweisung
Vor etwa einem Jahr waren wir bei einer Gerichtsverhandlung in Wels anwesend, wo über einen weiteren Zwangsaufenthalt des Anton Gebetsberger in der Nervenheilanstalt Walter-Jauregg wegen Verleumdung und gefährlicher Drohung gegenüber des Präsidenten des Oberlandesgerichts Linz, Dr. Alois Jung verhandelt wurde. Wider Erwarten wurde der Beklagte aufgrund des psychiatrischen Gutachtens erneut zwangseingewiesen. Bis zum heutigen Tage und mittlerweile seit bald eineinhalb Jahren wird Gebetsberger in einer geschlossenen Anstalt für abnorme Rechtsbrecher in Oberösterreich festgehalten.
Der Sachverhalt ist nicht nur kompliziert und deshalb schwer zu verstehen, sondern zieht sich offenbar durch weitere und auf den ersten Blick voneinander unabhängige Fälle der oberösterreichischen Gerichte. Immer wieder liest man in Zusammenhang mit Zwangseinweisungen -von bislang unbescholtenen BürgerInnen jeden Alters- die selben Namen der involvierten BeamtInnen und Nervenheilanstalten. Interessanterweise haben außerdem viele dieser teilweise sehr ominösen Fälle etwas mit Vorwürfen gegenüber dem Staatsapparat und dessen Verbindung mit Kindesmissbrauch zu tun. Des Weiteren haben sie gemein, dass Personen, die derartige Vorwürfe äußerten zumeist wegen Verleumdung und gefährlicher Drohung weggesperrt und dadurch mundtot gemacht wurden.
Der Fall Gebetsberger[1] ist deshalb so kompliziert, weil hier zwei grundlegend unterschiedliche Fälle miteinander vermischt werden: Einerseits beschuldigt er hochrangige Regierungsmitglieder, die an einer Baugesellschaft beteiligt sind, fahrlässig beim Bau einer Wohnsiedlung in Bezug auf Brandschutz[2] gehandelt zu haben und andererseits genau die RichterInnen und ÄrztInnen, die anschließend an seiner Zwangseinweisung beteiligt gewesen sein sollen, bei einem oberösterreichischen Kinderpornoring mitzuwirken. Dabei fallen auch häufig Namen wie Natascha Kampusch[3] oder Jörg Haider.
Während der Verhandlung fühlten wir uns jedenfalls wie Komparsen bei den Dreharbeiten des Staatsfeind Nummer 1. Die verantwortliche Richterin war allem Anschein nach und verständlicherweise mit der Situation bzw. der Vorwürfe von Gebetsberger überfordert. Ob generelle Interessenskonflikte bestanden, maßen wir uns nicht an zu beurteilen, jedoch ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass einer der geladenen Zeugen gleichzeitig auch ihr Vorgesetzter war. Weiters wurde während der Verhandlung derartig leise gesprochen, wodurch es kaum möglich war selbiger ausreichend zu folgen. Allerdings liegen uns von den Verhandlungen Audiodateien vor, die u.a. massive Widersprüche der befragten Zeugen belegen könnten und auf welche aus unerfindlichen Gründen während der Verhandlung nicht weiter eingegangen wurde. Dies war ein halbes Jahr später, bei der darauffolgenden Verhandlung aufgrund von “technischer Probleme” erneut der Fall[4]. Außerdem war kein/e Schriftführer/in anwesend. Bemerkenswert ist auch, dass die Richterin aus der ersten Verhandlung, welche damals um ein zweites psychatrisches Gutachten innerhalb der nächsten zwei Wochen bemüht war, durch einen Richter ausgewechselt worden ist und die anstehende Verhandlung daher erst ein halbes Jahr später stattfand. (Während dieser Zeit wurde der Beklagte weiterhin in der Nervenheilanstalt zwangsmedikamentiert und stand bei Besuchsterminen daher teilweise massiv neben sich.) Im Publikum saßen unter anderem Dr. Wolfgang Lederbauer (ehemaliger Rechnungshofmitarbeiter und Mitaufdecker der BUWOG Affaire[5]), sowie Herbert Szlezak (Verein Opferoffensive). (An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch Dr. Wolfgang Lederbauer aufgrund seiner Vorwürfe in der BUWOG Affaire bei einem Psychiater wegen Unzurechnungsfähigkeit vorstellig werden musste.)
Es existieren Dutzende Beschuldigungen gegen die oberösterreichische Justiz und andere hochrangige Regierungsmitglieder in Verbindung mit Kinderpornoringen zu stehen. Damit in Zusammenhang stehende parlamentarische Anfragen[6] kann man auf der Webseite des österreichischen Parlaments vielfach nachlesen. Auch gibt es in Oberösterreich vermehrt mysteriöse Todesfälle[7], denen eben genau solche Beschuldigungen vorangingen. Außerdem fällt die oberösterreichische Rechtssprechung in Sachen sexuellen Mißbrauchs bei Minderjährigen vergleichsweise relativ milde aus. Uns sind Fälle bekannt, bei denen verurteilte SexualstraftäterInnen weiterhin ihrer Tätigkeit im selben Internat nachgehen, in dem der Mißbrauch ursprünglich stattfand. MitarbeiterInnen, die den Mißbrauchsvorwürfen der SchülerInnen nachgehen wollen, werden umgehend entlassen.
Des Weiteren liegen uns mittlerweile zahlreiche Vollmachten betroffener Personen vor, die uns dazu ermächtigen im Falle von Tod, Zwangseinweisung oder Inhaftierung weitere Akteneinsicht zu erlangen.
Weiterführende Stichwörter ominöser Zwangseinweisungen und Inhaftierungen: Günter Moser, Herwig Baumgartner, Banu Barta, Kurt Essman, Berhnard Haaser.
Weiters berichten unsere Mainstream Medien über solche Vorfälle leider kaum bis gar nicht. Mehrfach haben uns JournalistInnen mitgeteilt, dass sie sich ausschließlich persönlich mit uns darüber unterhalten würden, da bei dieser Thematik offenbar sogar verschlüsselte Chats zu unsicher sind und weiters, dass die Berichterstattung von “höherer” Stelle untersagt wurde. Aus diesem Grund gibt es keine Möglichkeiten, dass über Themen dieser Art in unseren Mainstream Medien ausreichend berichtet wird und wenn doch, so wurde Videomaterial derartig sinnfrei zusammengeschnitten, um damit InterviewpartnerInnen komplett verrückt aussehen zu lassen. Aus diesem Grund fordern wir interessierte BloggerInnen auf, sich mit dieser komplexen Thematik auseinanderzusetzen und darüber zu berichten. Es finden regelmäßige Treffen statt, an denen u.a. auch Betroffene (Opfer, Anwälte, usw.) teilnehmen. Gerne seid ihr dazu recht herzlich eingeladen vorbeizukommen!
Quellenverzeichnis
[1] Youtube Video aus der Nervenheilanstalt mit Anton Gebetsberger
Umfassende Sachverhaltsdarstellung SFH-4002 von Anton Gebetsberger
[2] Zwei Reihenhäuser in Klagenfurt völlig ausgebrannt
[3] Bericht von Dr. Johann Rzeszut (Präsident des OGH) zum Fall Kampusch
[4] Zusammenfassung der zweiten Gerichtsverhandlung eines Zuschauers
[5] Zusammenfassung der Beschuldigungen von Dr. Wolfgang Lederbauer gegen den Rechnungshof in der BUWOG Affaire
[6] Parlamentarische Anfrage des Abgeordneten zum Nationalrat Werner Neubauer
Antwort der damals amtierenden Justizministerin Claudia Bandion-Ortner
[7] Brisantes Gutachten nach Tod von 17-Jähriger
Weiterführende Links
Richter krankenhausreif geprügelt
Strafanzeige gegen Dr. Alois Jung (OLG) wegen Amtsmissbrauch und Korruption im Amt
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