
Im Zuge der Postkartenaktion gegen das Fluggastdatenabkommen habe ich eine Postkarte nach Brüssel zu dem Abgeordneten Jörg Leichtfried gesendet. Ich weiß nicht mehr genau was ich geschrieben habe, aber so wie ich mich kenne war es bestimmt ein provokatives Statement, um den Überwachungswahn der EU zu symbolisieren.
Heute habe ich in meinem Postkasten eine Postkarte aus dem Büro Leichtfried vorgefunden.
Frau Alexandra Bärtl schreibt:
Sehr geehrte Frau XXX,
im Namen von Herrn Leichtfried möchte ich mich recht herzlich für Ihre Karte bedanken.
Gerade weil für Herrn Leichtfried der Schutz von persönlichen Daten sowie die Persönlichkeitsrechte besonders wichtig ist [sic], wird er gegen das Passagier-Daten-Abkommen stimmen wird [sic].
Bezug nehmend [sic] auf Ihre Frage, darf ich anmerken, dass Herr Leichtfried Ihre Bedenken nicht teilt.
Mit freundlichen Grüßen
Alexandra Bärtl
Soll ich mich mit dieser Antwort zufrieden geben, nachdem man mir eine Postkarte übersät mit Grammatikfehlern zukommen ließ?
Ich bin bestimmt nicht unfehlbar und auch ich mache genügend Beistrich- und Grammatikfehler, aber der Text dieser Postkarte sprengt meine Toleranzgrenze, zumal sie das Gefühl vermittelt, dass hier ein Text “mal so zwischen Tür und Angel” geschrieben und abgeschickt wurde.
Aber ich bin noch nicht fertig, denn das Beste kommt noch:
Florian Schweitzer aus dem Büro Ehrenhauser teilte mir vorhin mit, dass Herr Leichtfried an der Abstimmung des Fluggastdatenabkommen gar nicht erst teilgenommen hat!
DAS zeigt mir noch viel mehr, dass es den Herrschaften dort in Brüssel, abgesehen von der halbherzigen Postkarte, allem Anschein nach völlig egal ist was die Bürger der Union denken und wollen!
Wir haben unter dem Verein AK Vorrat Österreich innerhalb von 12 Tagen über 1000 Unterschriften gegen die Vorratssdatenspeicherung gesammelt! Innerhalb von 12 (in Worten zwölf!) Tagen (der Zähler auf der Website wurde heute noch nicht aktualisiert, deshalb ist dort noch eine Summe von 888 zu sehen)! Ich bin mir überzeugt davon, dass alle Menschen, die diese Petition unterschrieben haben auch sofort eine Petition gegen das Fluggastdatenabkommen unterzeichnen würden!
Und all das wird von Brüssel ignoriert! Um noch kurz bei der Vorratsdatenspeicherung zu bleiben: Eine Frau Malmström, welche die Basisrichtlinien zur Vorratsdatenspeicherung vorgibt, fühlt sich nicht mal bemüßigt auf unsere Briefe zu antworten, obwohl wir jedem ihrer Mitarbeiter mehrfach geschrieben haben!
Abschließend noch ein paar Worte an Herrn Leichtfried:
Sehr geehrter Herr Leichtfried,
weshalb haben Sie an der Abstimmung bezüglich des Fluggastdatenabkommen nicht teilgenommen? Ohne Ihnen etwas unterstellen zu wollen finde ich, dass dies dem gewohnten Prozedere von Abstimmungen im EU-Parlament entspricht: Wenn man nicht gegen die Masse stimmen möchte, dann enthält man sich der Stimme oder, wie es gerne SPÖ-Politiker im hiesigen Parlament tun: sie treten während einer Abstimmung mal kurz auf die Toilette aus.
Was war genau Ihr Grund, weshalb Sie nicht gegen das Fluggastdatenabkommen gestimmt haben bzw. erst gar nicht anwesend waren? Hat auch Sie die Grippe erwischt, dann wünsche ich Ihnen hiermit gute Besserung!
Zugegeben, ich bin selbst seit zwei Wochen krank, aber wenn ich von mir behaupte für Persönlichkeitsrechte und dem Schutz von persönlichen Daten einzustehen, dann würde ich mich bei einer solch wichtigen Abstimmung auch von der Rettung ins Parlament befördern lassen, um gegen die Totalüberwachung und Bürgerverfolgung vorzugehen und mein Wort halten!
In freudiger Erwartung auf Ihre Antwort,
Eve Bugs
Last but not least: Ich fühle mich in diesem Moment derartig an der Nase herumgeführt, sodass ich meinen Unmut kaum in Worte fassen kann. Wir alle wissen, dass wir von der Politik schon lange nicht mehr das erwarten können was wir uns wünschen, aber bei dieser Dreistheit fehlen sogar mir die richtigen Worte.
[...] meinem letzten Artikel habe ich über die Abwesenheit des EU-Abgeordneten Jörg Leichtfried bei der Abstimmung zum [...]
[...] Jörg Leichtfried #nopnr (part 1) [...]